Harte Aufgaben mit Wärme und Würde gemeistert
Angebot
Sucht - Drogenberatungsstelle "Ganslwirt" (W)
Teilnehmer
Axel Kuschar, sBausparkasse
Erfahrungen

Am Weg zu meinem ersten Einsatztag im "Ganslwirt" war ich unsicher, wie die SozialarbeiterInnen und vor allem, wie deren KlientInnen auf einen Vertreter der „anderen Seite“ der Gesellschaft reagieren würden. Ich erwartete Zurückhaltung, Skepsis bis hin zur Aggression, auch eine „beamtete Einstellung“, welche sich ja sehr von unserer Arbeitsweise unterscheidet. 

Die Leiterin, Margit Putre, und ihr Team nahmen mich aber vorurteilslos und äußerst freundlich in Empfang. Ich durfte von Anfang an in allen Bereichen des Ganslwirts mitarbeiten. Und diese waren wirklich vielfältig, von einer kostenlosen ärztlichen  Betreuung über Spritzentausch, Verpflegung, Beratung in allen menschlichen Belangen, Hilfe bei Behördenwegen, zur Verfügungstellung von Hygienemöglichkeiten bis hin zur Notschlafstelle.

Für mich war die professionelle Art der Kommunikation, die den SozialarbeiterInnen sehr viel abverlangte, überaus faszinierend. Ein besonderer Lernprozess war es, „zarte  Frauen“  zu beobachten, wie diese mit dem gegebenen Aggressionpotential sowie frustrierter Auswegs- und Zukunftslosigkeit umgingen und diese in Bahnen lenkten, bei denen mit den  Klienten letztendlich eine Win-Win-Situation entstand.

Ich durfte durch meine Erfahrungen, die ich im normalen Dienstrad machen konnte, sehr vieles für meine Person und meinen weiteren Berufsweg mitnehmen. Als allererstes veränderte sich meine Sichtweise zu den am Rand der Gesellschaft lebenden Menschen drastisch. Meine Prioritätenreihung, mein Weltbild und meine Lebenseinstellung wurden nachhaltig in Frage gestellt. Einerseits wurde mein Wissen über die Drogen und deren fatale Auswirkungen  erschreckend erweitert, andererseits meine Erfahrungen in Mitarbeiterführung, Mitarbeitermotivation und Kommunikationsweisen massiv bereichert..
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