Kräutler Anna-Lina
Angebot
IFS - Jugendberatung Mühletor
Teilnehmer
Anna-Lina Kräutler
Erfahrungen
Wir waren nicht alle mal jung?

Aber warum sinkt denn unser Verständnis für die Schwierigkeiten und Thematiken der heutigen Jugend stetig?

Heranwachsende Jugendliche stellen ihre sozialen Beziehungen in Frage - lösen sich von familiären Strukturen. Suchen neue Formen der Gemeinschaft. Dieses Loslösen stellt sowohl sie wie auch Eltern und Institutionen vor neue Herausforderungen.  Auch die „virtuelle“ Gesellschaft, ständiger Austausch von Informationen, Rollenklischees und -schemata in die sich die Jugend zwängt (zwängen muss) führen oftmals zur Überforderungen aller Beteiligten.

Und genau hier setzt das „Mühletor“, die Jugendberatungsstelle des Instituts für Sozialdienste (IfS) an. Hier durfte ich für eine Woche Teil des Teams sein. Hier bekam ich in Thematiken Einblick, welche sich der „Wirtschaftswelt“ erst in ihrem Endstadium manifestierten - beispielsweise im vielzitierten zukünftigen ,Facharbeitermangel‘.

Junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund können hier binnen eines Jahres ihren Hauptschulabschluss nachholen, in Schulen wird „Schulsozialarbeit“ umgesetzt, Lehrlinge (auch deren Eltern und Lehrbetriebe) werden gecoacht und die „Streetworker“ arbeiten im Raum Bludenz, Feldkirch und Bregenz mit Jugendlichen, welche von herkömmlichen Institutionen nicht erreicht werden.

Überrascht hat mich das äußerst positive Arbeitsklima, die sehr strukturierte und wertschätzende Sitzungskultur und die kollegiale Beratung. Doch sehr verwundert war ich über das in meinen Augen immense Ausmaß von Bürokratie (Projektdokumentationen, Förderungsansuchen etc.), welches von den MitarbeiterInnen zu bewältigen ist. Und nach wie vor bewundere ich das tägliche persönliche Engagement und die Leistungen des Teams.

Bei mir persönlich hat die Woche im IfS Mühletor sehr viel ausgelöst. Sie hat mir geholfen den Blick für die Menschen hinter meinen Arbeitskollegen wieder zu schärfen, Situationen und Reaktionen reflektierter zu betrachten. Und ich kann Jugendliche wieder deutlicher verstehen. Und mir wurde einmal mehr klar, dass  „Wirtschaftswelt“ und soziale Institutionen zu wenig im Austausch stehen - hier schlummert ein großes Potential für sinn- und wirkungsvolle Synergien.

Einen großen Dank an das gesamte Mühletor-Team, die mir diese Erfahrung ermöglichten.  Und ich bin stolz, dass ich für die Rhomberg Gruppe tätig sein durfte, welche mir diese Erfahrung ermöglichte und hoffentlich noch vielen weiteren MitarbeiterInnen diese Chance bieten wird.

„Ich habe immer mehr vom Brückenbauen als vom Gräbenziehen gehalten.“ (Richard von Weizsäcker)

 

Mag. Anna-Lina Kräutler, zum Zeitpunkt des Brückenschlags Teamleiterin für „Strategie & Nachhaltigkeit“ in der Rhomberg Gruppe.
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